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knietiefes
Steppengras die einst bewaldete Landschaft. Man sieht vereinzelte
Eukalyptuswäldchen und verstreut Lehmziegelhäuschen mit Stroh gedeckt.
Eine typisch ländliche Gegend, gar nicht viel anders als bei uns im
Voralpengebiet. Dazwischen
tritt immer wieder der leuchtend rostrote Untergrund zutage, der mit jedem
Regenschauer in die Flüsse gespült wird, die sich rot gefärbt durch die
Täler schlängeln. Zurecht wird Madagaskar „die rote Insel“ genannt.
Die Erosion ist so fortgeschritten, daß es vom Flugzeug aus betrachtet
aussieht, als blute Madagaskar aus unzähligen Wunden, die sich ins Meer
ergießen. In
der Dämmerung erreichen wir Antisabe und bekommen im Hotel Diamant das
wirklich letzte Zimmer - beim Duschen brechen zwei Fußbodenbretter ein.
In der Kolonialzeit schätzten die Europäer das angenehme Hochlandklima
und die heilbringenden Thermalquellen dieser Gegend. Wir genießen hauptsächlich
das inselbekannte „Three Horse Beer“ - eine Wohltat für staubige
Kehlen. „
NO ESSENCE“ - der nächste Tankwagen kommt erst in einer Woche. Wir
sitzen in Miandrivazo fest. Plötzlich weiß ein Dorfbewohner jemanden,
der Benzin hat. Ich müßte ihn nur mit meinem Motorrad zu diesem
geheimnisvollen jemand bringen. Wir fahren von Pontius zu Pilatus und
wieder zurück, denn der, der Benzin haben sollte, hat keinen, weiß aber
jemand, der jemand kennt, der Benzin haben könnte. Das Ganze artet
zusehens zu einem Volksfest aus, der Typ auf meinem Beifahrersitz ist der
heimliche Star. Freundlich lächelnd winkt er der Menge,die beim
Vorbeifahren schreit und johlt. Nach drei Stunden kehre ich zum Hotel zurück.
Benzin habe ich keines - dafür kenne ich das ganze Dorf. Erst am nächsten
Tag findet sich jemand, der zum Dreifache des üblichen Preises unsere
Motorräder betankt. Die
nächsten 122 km sind Schwerarbeit, das Schlimmste worauf ich je gefahren
bin. Zwar gibt es Strecken mit Asphalt, doch urplötzlich bricht die Straßendecke
scharfkantig bis zu 40 cm
tief ein. Allmählich
haben wir Übung im Erkennen dieser Gefahrenstellen, und glauben uns flott
zwischen den Gruben durchschlängeln zu können. Auf diese Weise
schlittern wir einige Male mit voll gezogener Notbremse dahin, und landen
doch in einem Loch. Am schlimmsten ist es, wenn die Bäume Schatten
werfen. 2 : 1, daß dort eine
Grube lauert! FLASCHENBÄUME UND WASCHBRETTPISTEWie
Spielzeuge erscheinen unsere Motorräder zwischen den gigantischen Stämmen
der Baobab-Allee. Diese wasserspeichernden „Durstkünstler“ saugen
sich voll wie Schwämme und können Trockenperioden bis zu 3 Jahren überstehen. |
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Kahles verstepptes
Baobabs in der Nähe |